Zeitungsartikel Grossratswahlen Freiburger Nachrichten vom 8.10.2016

Thema: Grossrat

Der Sense­bezirk muss in der kom­menden Leg­is­latur mit einem Gross­ratssitz weniger auskom­men. Entsprechend umkämpft sind die 15 Plätze im Par­la­ment. 94 Per­so­n­en kan­di­dieren auf sieben Listen.

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16 Gross­rätin­nen und Gross­räte zählt der Sense­bezirk zurzeit. Auss­er CVP-Gross­rat Josef Fasel treten am 6. Novem­ber alle erneut zu den Wahlen ins Kan­ton­spar­la­ment an. Und mit ihnen 79 weit­ere Kan­di­datin­nen und Kan­di­dat­en. Wie bei den Wahlen im Jahr 2011 schrumpft die Dep­u­ta­tion der Sensler Gross­räte auf die kom­mende Leg­is­latur hin um ein Man­dat – auf neu 15: Der Sense­bezirk ver­liert einen Sitz an den Grey­erzbezirk. Der Grund für diese Umverteilung ist die Bevölkerungsen­twick­lung (die FN berichteten).

Wohin mit den BDP-Stimmen?

2011 holte die BDP im Sense­bezirk auf Anhieb einen Sitz und schaffte es auf einen Wäh­ler­an­teil von 5,8 Prozent. Inzwis­chen ist die Partei im Bezirk aber nicht mehr aktiv und hat auch keine Liste ein­gere­icht. Das Ren­nen um ihre Wäh­ler­an­teile ist damit eröffnet. Die CVP ihrer­seits erre­ichte bei den Gross­ratswahlen vor fünf Jahren einen Wäh­ler­an­teil von 28,3 Prozent – 6,3 Prozent­punk­te weniger als 2006 –, was ihr prompt einen Sitzver­lust ein­brachte. Trotz­dem stellt die CVP im Sense­bezirk immer noch am meis­ten Gross­räte. Sie tritt mit ein­er vollen Liste zu den Wahlen an. Mit Bruno Boschung (Wün­newil), Markus Bapst (Düdin­gen), Daniel Bürdel (Plaf­feien), Thomas Rauber (Tafers) und Linus Hay­oz (Plaf­feien) kan­di­dieren alle Amtieren­den auss­er Josef Fasel (Alter­swil) erneut. Wahlziel der CVP Sense ist es, alle Sitze zu vertei­di­gen. Weil die CVP im Lauf der Leg­is­latur mit dem Parteiüber­tritt von Linus Hay­oz von der BDP einen Sitz erben kon­nte, ist dies ein ambi­tion­iertes Vorhaben. Um das Ziel zu erre­ichen, müsste die CVP etwa alle BDP-Stim­men der kan­tonalen Wahlen von 2011 für sich gewin­nen können.

SP hat die «jüng­ste» Liste

Die SP Sense ver­lor 2011 eben­falls einen Sitz. Ihr Wäh­ler­an­teil schrumpfte um 1,1 Prozent­punk­te auf 14,8 Prozent. Das grosse Ziel der Sozialdemokrat­en ist es nun, diesen drit­ten Sitz im Kan­ton­spar­la­ment wieder zurück­zuer­obern. Hier­für tritt die SP mit ein­er vollen Liste an. Unter den Kan­di­dieren­den sind auch die bei­den amtieren­den Gross­räte Olivi­er Flecht­ner aus Schmit­ten und Ursu­la Krat­tinger-Jutzet aus Düdin­gen. Die Liste der SP ist im Sense­bezirk jene mit den jüng­sten Kan­di­datin­nen und Kan­di­dat­en: Ein Drit­tel hat das 30. Leben­s­jahr noch nicht erre­icht. SP-Mit­glied Noah Fasel aus St. Ursen ist mit 19 Jahren gar der jüng­ste aller 94 Sensler Parlamentsanwärter.

Die SVP gehörte 2011 im Sense­bezirk zu den Gewin­nern. Sie kon­nte ihren Wäh­ler­an­teil um 7,3 Prozent­punk­te auf 20,7 Prozent steigern. Ein Sitzgewinn lag damit aber trotz­dem nicht drin, es blieb bei drei SVP-Vertretern im Grossen Rat. Mit ein­er vollen Liste will die SVP Sense diese drei Sitze nun vertei­di­gen. Angesichts der guten Resul­tate bei den eid­genös­sis­chen Wahlen von 2015 dürfte dies keine allzu grossen Pro­bleme darstellen – jeden­falls dann, wenn es der Partei gelingt, ihre Stammwäh­ler­schaft zu mobil­isieren. Die SVP Sense befind­et sich dieses Jahr aber in ein­er beson­deren Sit­u­a­tion: SVP-Gross­rat Alfons Piller aus Plaf­feien ist von der Partei nicht mehr als Kan­di­dat aufgestellt wor­den und hat daraufhin eine eigene Liste mit dem Namen «Unab­hängige Parteilose Sense» ein­gere­icht. Auf dieser Liste kan­di­dieren neben Alfons Piller sieben weit­ere Per­so­n­en aus dem Umfeld der SVP Sense-Ober­land. Diese Liste wird der SVP Stim­men kosten – wie viele, wird sich zeigen.

CSP mit dop­pel­ter Kandidatur

Eine volle Liste hat auch die Mitte links – CSP Sense ein­gere­icht. Mit 15 Kan­di­dieren­den will sie ihre bei­den Sitze vertei­di­gen. Gross­rätin Bernadette Mäder-Brül­hart aus Schmit­ten und Gross­rat Sil­vio Ser­e­na aus Alter­swil kan­di­dieren erneut. Bernadette Mäder-Brül­hart kan­di­diert zudem für die Wahl in den Staat­srat. Diese Kan­di­datur und die damit ver­bun­dene zunehmende Bekan­ntheit kön­nten der CSP am 6. Novem­ber neuen Schwung ver­lei­hen. Der ehe­ma­lige CSP-Nation­al­rat Hugo Fasel hat­te an der Delegierten­ver­samm­lung der Partei deshalb selb­st­be­wusst verkün­det, dass ein drit­ter Sitz für die CSP Pflicht sei (die FN berichteten). Noch vor fünf Jahren büsste die Partei aber an Wäh­ler­an­teilen ein: Sie erre­ichte 11,1 Prozent (-3,3 Prozent­punk­te). Schon nur um ihre bei­den Sitze zu hal­ten, muss die Mitte links – CSP an Wäh­ler­an­teilen zule­gen können.

FDP: Zwei ehe­ma­lige Grossräte

Die FDP Sense hat ihre Ambi­tio­nen auf mehr Man­date klar zum Aus­druck gebracht: Sie will ihre Gross­rats­del­e­ga­tion von zwei auf drei Man­date ver­grössern. Die amtieren­den Gross­räte Rue­di Von­lan­then aus Gif­fers und Isabelle Port­mann aus Tentlin­gen stellen sich der Wieder­wahl. Auf der kom­plet­ten Gross­rat­sliste der FDP Sense kan­di­dieren mit dem abtre­tenden Ober­amt­mann Nico­las Bür­giss­er aus Gif­fers und Irm­gard Jun­go aus Düdin­gen auch zwei ehe­ma­lige Kan­ton­spar­la­men­tari­er: Bür­gis­ser war von 1996 bis 2006 CSP-Gross­rat, die ehe­ma­lige Gross­rat­spräsi­dentin Irm­gard Jun­go poli­tisierte von 1986 bis 2001 für die Freisin­ni­gen im Grossen Rat. Wie die meis­ten anderen Parteien büsste auch die FDP bei den let­zten kan­tonalen Wahlen an Wäh­ler­an­teilen ein: Sie erre­ichte noch einen Anteil von 10,9 Prozent (-3,2 Prozentpunkte).

Freie Wäh­ler mit eigen­er Liste

Die Freien Wäh­ler kon­nten vor fünf Jahren in ein­er Lis­ten­verbindung mit den Grün­lib­eralen den Wäh­ler­an­teil auf 8,3 Prozent leicht steigern. Dieses Jahr müssen die Freien Wäh­ler Sense ihren Sitz aus eigen­er Kraft vertei­di­gen: Sie treten alleine auf ein­er Liste zu den Gros­ratswahlen an; die GLP ist im Sense­bezirk nicht mehr aktiv. Die Freien Wäh­ler haben sich zum Ziel geset­zt, ihren Sitz zu vertei­di­gen und wenn möglich einen zweit­en dazuzugewin­nen. André Schneuw­ly von den Freien Wäh­lern aus Düdin­gen schaffte vor fünf Jahren die Wahl ins Kan­ton­spar­la­ment und will weit­er­hin im Kan­ton­spar­la­ment poli­tisieren. Ober­amt­skan­di­dat und Gemein­der­at Andreas Stalder aus Plaf­feien fig­uri­ert wie bere­its vor fünf Jahren eben­falls auf der Liste der Freien Wäh­ler Sense. Sie zählt ins­ge­samt elf Per­so­n­en; vier von ihnen sind 30 Jahre alt oder jünger.

Christlichdemokratis­che Volkspartei (CVP Sense), Liste 1:

Markus Bapst (Düdin­gen, bish­er), Bruno Boschung (Wün­newil, bish­er), Daniel Bürdel (Plaf­feien, bish­er), Linus Hay­oz (Plaf­feien, bish­er), Thomas Rauber (Tafers, bish­er), Edith Beut­ler (Über­storf), Marie-Anne Her­rmann-Lat­tion (Schmit­ten), Son­ja Led­er­mann-Catil­laz (Bösin­gen), Esther Schwaller-Merkle (Düdin­gen), Corin­na Wae­ber-Brüg­ger (St. Ursen), Math­ias Aeby (Ober­schrot), Markus Jul­my (Schmit­ten), Markus Jun­go (Düdin­gen), Mar­cel Kol­ly (Rechthal­ten), und Andreas Wieser (St. Ursen).

Sozialdemokratis­che Partei (SP Sense), Liste 2:

Ursu­la Krat­tinger-Jutzet (bish­er, Düdin­gen), Olivi­er Flecht­ner (bish­er, Schmit­ten), Rewan Abubak­er (Schmit­ten), Eliane Aebis­ch­er (Düdin­gen), Frédéric Aeby (Gif­fers), Seli­na Miri­am Ais­sa­mi (Wün­newil), Giuseppe Aufiero (Bösin­gen), Eva Brüg­ger (Gif­fers), Noah Fasel (St. Ursen), Thomas Jen­ny (Brünis­ried), Dominik Jutzet (Schmit­ten), Nico­las Mar­bach (Düdin­gen), Cindy Stritt-Baeriswyl (Alter­swil), Bruno Ulrich (Tafers) und Sandy Wed­er (Düdin­gen).

Freisin­nig Demokratis­che Partei (FDP Sense), Liste 3:

Rue­di Von­lan­then (bish­er, Gif­fers), Isabelle Port­mann (bish­er, Tentlin­gen), Bar­bara T. Wyss­brod (Über­storf), Nico­las Bür­giss­er (Gif­fers), Patrick Stampfli (Düdin­gen), Ben­jamin Fred­er­ick Bräg­ger (Düdin­gen), Wal­ter Stäh­li (Wün­newil), Franz Schnei­der (Düdin­gen), Toni Kam­mer­mann (Über­storf), Patrik Schaller (Düdin­gen), Felix Bieri (Schmit­ten), Erich Mau­r­er (St. Ursen), Kon­rad Ger­ster (Bösin­gen), Irm­gard Jun­go (Düdin­gen) und Chris­t­ian Udry (St. Silvester).

Mitte Links – CSP (CSP Sense), Liste 4:

Bernadette Mäder-Brül­hart (bish­er, Schmit­ten), Sil­vio Ser­e­na (bish­er, Alter­swil), Bruno Baeriswyl (Düdin­gen), Christa Bür­gy-Schub­nell (Fla­matt), Ani­ta John­er-Tschan­nen (Düdin­gen), Hans Jörg Liechti (Über­storf), Clau­dia Ober­son- Philipona (St. Ursen), Urs Per­ler (Schmit­ten), Hanspeter Piller (Ober­schrot), Mar­ius Pür­ro (St. Antoni), Stephan Roux (Über­storf), Michel Savary (St. Sil­vester), Nicole Schweiz­er-Mey­er (Wün­newil), Bruno Werth­müller (Heit­en­ried) und Bar­bara Nyf­feneg­ger-Stauf­fer (Düdin­gen).

Schweiz­erische Volkspartei (SVP Sense), Liste 5:

Emanuel Wae­ber (bish­er, St. Antoni), Markus Zos­so (bish­er, Schmit­ten), Adri­an Brüg­ger (Düdin­gen), Karin Glauser (Alter­swil), Simon Jeck­el­mann (Düdin­gen), Manuela Klaus (Düdin­gen), André Kol­ly (Gif­fers), Niklaus Mäder (Düdin­gen), Bruno Riedo (Über­storf), Friedrich-Peter Roth (Alter­swil), Pirmin Schenk (Fla­matt), Achim Schneuw­ly (Ober­schrot), Fritz Siegen­thaler (Fla­matt), Reto Sut­ter (Bösin­gen) und André Vlach (Tafers).

Freie Wäh­ler Sense, Liste 8:

André Schneuw­ly (bish­er, Düdin­gen), Andreas Stalder (Plaf­feien), Irene Von­lan­then (Tentlin­gen), Ger­man Baumey­er (Düdin­gen), Elia Aer­schmann (Alter­swil), Benedikt Fasel (Zumholz), Son­ja Vauch­er (Düdin­gen), Manuel Freiburghaus (Bösin­gen), Samuel Aer­schmann (Schmit­ten), Thomas Per­ren (Düdin­gen) und Dora Aebi-Küpfer (Düdin­gen).

Unab­hängige Parteilose Sense, Liste 13:

Alfons Piller (bish­er, Schwarzsee), Adri­an Von­lan­then (Gif­fers), San­dra Schwe­in­gru­ber (Rechthal­ten), Christophe Maed­er (Plaf­feien), Gilbert Catil­laz (Ober­schrot), Hei­di Piller (Plaf­feien), Raphael Mar­ro (Bösin­gen) und Francesco Moos­er (Zumholz).

Kan­tonale Wahlen

Das sind die 94 Kan­di­datin­nen und Kan­di­dat­en aus dem Sensebezirk

Autor: Karin Aebischer

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