Zeitungsartikel Interview Freiburger Nachrichten vom 17.02.2017

Thema: Gemeinderat

Inter­view mit Daniel Bürdel, Finanzchef Gemeinde Plaf­feien

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Heute Abend legt der Gemein­der­at Plaf­feien das erste Bud­get nach der Fusion vor. Wie schwierig war das Bud­getieren?

Das Bud­get ist ein Zusam­men­zug der Voran­schläge der drei Gemein­den. Wie bei ein­er Konz­ern­rech­nung mussten am Schluss gewisse Posten aus­di­vi­diert wer­den, um Dop­pel­spurigkeit­en zu ver­mei­den. Die grosse Vorar­beit haben die Arbeits­gruppe Fusion und die drei Ver­wal­tun­gen geleis­tet. Auf­gabe von Bern­hard Fahrni, Leit­er Finanzen, war es dann, jeden Bud­get­posten zu kon­trol­lieren und nöti­gen­falls anzu­passen. Zwar basierten alle bish­eri­gen Buch­hal­tun­gen auf dem gle­ichen Kon­tenplan. Es gibt aber doch dorf­spez­i­fis­che Bere­iche, die anders gehand­habt wur­den oder die nicht in allen Buch­hal­tun­gen auf­taucht­en, weil der Bedarf anders lag, etwa beim Touris­mus.

Das Bud­get sieht ein Defiz­it von 390 000 Franken vor. Ist das eine Über­raschung oder war damit zu rech­nen?

Es war keine Über­raschung. Wir hat­ten uns nicht zum Ziel geset­zt, auf einen gewis­sen Betrag hin zu bud­getieren – wir haben ein­fach die Fak­ten zusam­menge­tra­gen. So sind wir auf das Defiz­it gekom­men. Zu bedenken ist, dass wir 2017 noch etwa 115 000 Franken für die Fusion­sum­set­zung ein­set­zen müssen. Ausser­dem wer­den die Kan­ton­ssub­ven­tio­nen für die Fusion von rund 762 000 Franken erst 2018 aus­geschüt­tet. Näch­stes Jahr sieht das Bud­get also wieder anders aus. Es ist ein real­is­tis­ch­er Voran­schlag. Wir haben aber auch nach dem Vor­sicht­sprinzip bud­getiert, da noch nicht über­all bekan­nt ist, wie sich die Fusion auswirkt, etwa bei der Anpas­sung von Regle­menten. Wie andere Gemein­den haben auch wir in den let­zten Jahren hohe Net­to-Investi­tio­nen in regionale Pro­jek­te getätigt, dafür fall­en nun Zin­sen und Amor­ti­sa­tion an. Als Sitzge­meinde fall­en für uns auch beim Aus­baupro­jekt der OS hohe finanzielle Fol­gekosten an. Betra­chtet man das Defiz­it im Ver­hält­nis zum Umsatz, beträgt es lediglich zwei Prozent, was dur­chaus vertret­bar ist.

An der Gemein­de­v­er­samm­lung kom­men erst­mals die Bürg­er des «neuen» Plaf­feien zusam­men. Wird das Bud­get kri­tis­ch­er beurteilt? Erwarten Sie Diskus­sio­nen?

Es wird sehr span­nend an der Ver­samm­lung. Nie­mand weiss, wie sie ver­läuft und wie sie sich zusam­menset­zt. Die drei Gemein­den hat­ten unter­schiedliche Diskus­sion­skul­turen, die nun ver­schmelzen. Ich hoffe, dass all die Bürg­er, die son­st an der Ver­samm­lung teil­nah­men, auch jet­zt wieder kom­men. Es wäre schön, wenn es eine Diskus­sion gäbe, denn das wäre ein Zeichen dafür, dass die Bürg­er Inter­esse am poli­tis­chen Geschehen in ihrer Gemeinde haben.

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