Zeitungsartikel Gemeindeversammlung 20.02.2017 Freiburger Nachrichten

Zeitungsartikel Gemeindeversammlung 20.02.2017 Freiburger Nachrichten

Kategorie : Gemeinderat

119 Bürg­erin­nen und Bürger haben am Fre­itag in Plaf­feien an der ersten Gemein­de­v­er­samm­lung seit der Fusion mit Zumholz und Ober­schrot teilgenom­men. Es herrschte eine gute Stim­mung.

Hier finden Sie die Rede

Otto Lötscher ist ein erfahrener Ammann; er übt dieses Amt seit 21 Jahren aus. Fol­glich muss eine Gemein­de­v­er­samm­lung schon etwas Beson­deres sein, wenn er zu Beginn zugibt, etwas nervös zu sein. Doch nicht nur nervös, auch «mit grossem Respekt» eröffnete er die Gemein­de­v­er­samm­lung am Fre­itag in Plaf­feien. Es war die erste seit der Fusion der drei Gemein­den Ober­schrot, Zumholz und Plaf­feien, die auf den 1. Jan­uar 2017 in Kraft trat. Es freue ihn ausseror­dentlich, dass die Bürg­erin­nen und Bürger so zahlre­ich erschienen seien, sagte Lötscher zu den 119 Anwe­senden. Bevor als erstes Trak­tan­dum die drei Pro­tokolle aus den let­zten Gemein­de­v­er­samm­lun­gen von Ober­schrot, Zumholz und Plaf­feien genehmigt wur­den, stellte Lötscher seine acht Ratskol­legin­nen und –kol­le­gen vor. Die Ver­samm­lung applaudierte. «Wir wer­den alles daran set­zen, eure Erwartun­gen zu erfül­len», sagte er.

Defizit prog­nos­tiziert

Gemein­derat Daniel Bürdel und Finanzver­wal­ter Bern­hard Fahrni stell­ten das erste Bud­get der fusion­ierten Gemeinde vor, das einen Ver­lust von 390 000 Franken ausweist. Darin sind auch ausseror­dentliche Fusion­sum­set­zungskosten von rund 115 000 Franken enthal­ten. Auch die voraus­sichtlich steigen­den Kosten im Bere­ich Gesund­heit und Soziales wür­den zum Ver­lust beitra­gen, sagte Bürdel. Doch es gebe auch Pos­i­tives zu ver­merken: Die bud­getierten Steuere­in­nah­men wür­den um vier Prozent steigen. Nach aktuellem Stand wür­den zudem auch alle Rech­nun­gen 2016 der drei Fusion­s­ge­mein­den pos­i­tiv und besser abschliessen als vorge­se­hen. Der ein­ma­lige Fusions­beitrag des Kan­tons von 762 960 Franken werde erst im Jahr 2018 aus­bezahlt.

Bürdel warf auch einen Blick in die Zukunft: Bis 2021 sind Investi­tio­nen von rund 15 Mil­lio­nen Franken vorge­se­hen. «Wir haben nach wie vor einen hohen Investi­tions­be­darf.» Darin vorge­se­hen sind 4,1 Mil­lio­nen Franken für die OS Plaf­feien inklu­sive ihrer Nebe­nan­la­gen und der Mehrzweck­halle. Für Wasserver­sorgungser­weiterun­gen sind 3,1 Mil­lio­nen vorge­se­hen, für die Orts­durch­fahrt- und Dor­fzen­trum­sanierung 2,8 Mil­lio­nen Franken. Bei der Vorstel­lung der Detail­posten sagte Bern­hard Fahrni, dass die Baube­wil­li­gung für das Wasserge­fahren- und Rena­turierung­spro­jekt Burstera-Rohrmoos noch immer offen sei. Mit 116 Ja-Stim­men bei 3 Enthal­tun­gen wurde das Bud­get diskus­sion­slos angenom­men.

Kri­tik an OS-Kosten

Es herrschte den ganzen Abend über ein entspan­ntes und pos­i­tives Klima. Einzig als Otto Lötscher zum Schluss auf den Tag der offe­nen Tür der OS Plaf­feien vom 24. Juni 2017 zu sprechen kam, kri­tisierten zwei Bürger die Kosten dieses Aus- und Neubaupro­jekts. Sie seien immer wieder angestiegen und nie klar kom­mu­niziert wor­den. Lötscher erk­lärte, dass der ursprüngliche Kredit 33,7 Mil­lio­nen Franken betra­gen habe, dass aber schon früh wegen des zum Vorschein gekomme­nen Asbests ein Kos­ten­dach von 35,7 Mil­lio­nen Franken fest­gelegt wor­den sei. Darin sei jedoch das zusät­zlich erstellte bege­hbare Dach der Dop­pel­turn­halle nicht enthal­ten gewe­sen. Momen­tan liege die Kosten­prog­nose bei rund 36 Mil­lio­nen Franken. «Das ist aber seit zwei Jahren so bekannt, wir haben immer trans­par­ent informiert», sagte Lötscher. 

Direkte Demokratie live

Auch der Bürg­er­meis­ter aus dem bel­gis­chen Kaster­lee, der Part­nerge­meinde Plaf­feiens, stat­tete der Ver­samm­lung einen Besuch ab. Die Schüler aus Kaster­lee ler­nen zurzeit in Schwarzsee Ski fahren. Es sei für ihn sehr inter­es­sant, diese direkte Form von Demokratie ein­mal live mitzuer­leben, sagte Ward Ken­nes. Seit 34 Jahren kom­men die Bel­gier nach Plaf­feien. Am Don­ner­stagabend sei er nun erst­mals im «grossen» Plaf­feien angekom­men», freute sich Ken­nes.

Kom­mis­sio­nen

Alle vorgeschla­ge­nen Kan­di­daten sind gewählt

Die Gemein­de­v­er­samm­lung Plaf­feien hat am Fre­itag die Mit­glieder der Finanz-, der Pla­nungs- sowie der Ein­bürgerungskom­mis­sion für die Zeit von 2017 bis 2021 gewählt. Alle Vorschläge des Gemein­der­ats – aufgeteilt nach Wahlkreisen – wur­den über­nom­men.

In der Finanzkom­mis­sion nehmen Ein­sitz: Wahlkreis Ober­schrot: Adrian Von­lan­then (bisher), Patric Zbinden (b), Thomas Piller (neu). Wahlkreis Plaf­feien: Marcel Beyeler (b, Talschaft Schwarzsee), Elmar Schafer (b, Talschaft Schwarzsee), Emil Riedo (b, SVP), Mario Bapst (n, CVP). Wahlkreis Zumholz: Danielle Julmy (b), Oswald Roux (b).

In der Pla­nungskom­mis­sion nehmen aus dem Gemein­derat Ammann Otto Lötscher (Präsi­dent, b, Talschaft Schwarzsee), Bruno Zbinden (Vize-Präsi­dent, b, Talschaft Schwarzsee) und Vize-Ammann Armin Jungo (b, CVP) Ein­sitz. Von der Ver­samm­lung zusät­zlich in die Pla­nungskom­mis­sion gewählt wur­den: Wahlkreis Ober­schrot: Hans-Peter Piller (b, CSP), Philippe Mornod (n). Wahlkreis Plaf­feien: Linus Hayoz (b, CVP), Hugo Rappo (b). Wahlkreis Zumholz: Irene Her­zog (b), Paul Fasel (b).

In die Ein­bürgerungskom­mis­sion wur­den fol­gende Kan­di­daten gewählt: Wahlkreis Ober­schrot: Gemein­derätin Antoinette Kilchör (n, CVP), Joséphine Rappo-Pürro (n, CSP). Wahlkreis Plaf­feien: Gemein­derat Alfons Piller (n, SVP), Peter Geiser (b, Talschaft Schwarzsee). Wahlkreis Zumholz: Irene Her­zog (b).

Autor: Karin Aebis­cher

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