Zeitungsartikel Schwimmbad Freiburger Nachrichten vom 3.06.2017

Zeitungsartikel Schwimmbad Freiburger Nachrichten vom 3.06.2017

Kategorie : Schwimmbad

Ein Schwimm-, Sport- und Badezen­trum im Sense-Ober­land ist real­isier­bar, am besten geeignet als Stan­dort ist Plaf­feien. Zu diesem Schluss kommt eine Studie. Die Ini­tia­tiv­gruppe ist damit eine Etappe weiter, jetzt müssen Träger­schaft und Finanzierung definiert wer­den.

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Die Pläne für ein Schwimm­bad im Sense-Ober­land sind einen Schritt weiter. Die Arbeits­gruppe, die vor anderthalb Jahren die Idee lanciert hatte, hat gestern in Tafers die Resul­tate einer 135-seit­i­gen Mach­barkeitsstudie und Stan­dor­t­analyse präsen­tiert. Diese kommt zum Schluss, dass ein Sensler Schwimm-, Sport- und Badezen­trum dur­chaus real­isier­bar ist.

Bedarf ist aus­gewiesen

Als am besten geeigneten Stan­dort nennt die Studie Plaf­feien, dies vor allem wegen des dor­ti­gen Schul­stan­dorts. Denn mit Ein­führung des Lehrplans 21 verpflichtet der Bund die Kan­tone, den Kindern mehr und besseren Schwim­munter­richt zu ermöglichen. Aber auch als touris­tis­ches Schlechtwet­terange­bot in schneear­men Win­tern oder ein­fach, um eine der beliebtesten Sportarten auszuüben, ist ein Bad willkom­men. Es gibt aber kein öffentliches Bad, nur ein Schul­bad in Düdin­gen, ein Ther­a­piebad in Tentlin­gen und eine Badeoase in einem Hotel am Schwarzsee. 

«Im Kan­ton Freiburg gibt es einen aus­gewiese­nen Bedarf an vier bis sechs neuen Schwimm­bädern. Der Sense­bezirk ist dies­bezüglich ein grüner Fleck», sagte Daniel Bürdel an der Pressekon­ferenz. Der Plaf­feier CVP-Gross­rat hatte die Idee 2015 lanciert, nachdem der Grosse Rat Sub­ven­tio­nen für Schwimm­bäder in Aus­sicht gestellt hatte. Für Bäder von nationaler Bedeu­tung (50-Meter-Becken) gibt es 15 Mil­lio­nen an die Baukosten, für Bäder von kan­tonaler Bedeu­tung (25-Meter-Becken) sechs Mil­lio­nen. Das Pro­jekt muss bis 2025 ein­gere­icht sein.

Im Sense-Ober­land ist ein Bad der zweiten Kat­e­gorie geplant. Die Studie nennt zwei Kosten­vari­anten: Mit 18 Mil­lio­nen Franken kön­nte ein regionales Schwimm­bad gebaut wer­den, das vor allem den Ansprüchen der Schule gerecht würde. Für 28,6 Mil­lio­nen Franken gäbe es ein regionales Freizeit­bad, das neben der eigentlichen Bade­halle auch einen Fit­ness­bere­ich und ein Bad­bistro sowie weit­ere Ange­bote enthält. Die Experten zeigten auf, dass die erste Vari­ante zwar gün­stiger bei den Baukosten ist, dass die erweit­erte Anlage auf lange Sicht aber mehr Chan­cen hat, kos­ten­deck­end betrieben wer­den zu kön­nen.

Die kün­ftige Betrieb­s­form – pri­vat, öffentlich oder eine Misch­form – ist noch nicht klar. Auch die Finanzierung und der defin­i­tive Stan­dort sind noch offen. Die Arbeits­gruppe, in der die Syn­dics von Plaf­feien und Gif­fers, Schwarzsee Touris­mus und die Region Sense vertreten sind, macht weiter, bis die Träger­schaft klar ist. 

Gestern sind auch die Sensler Ammän­ner über das Pro­jekt informiert wor­den. Daniel Bürdel hofft, dass die Gemein­den das Pro­jekt mit­tra­gen: «Ein solches Pro­jekt ist nicht finanzier­bar für wenige Gemein­den, es muss eine breit abgestützte Lösung geben.» Fünf Unter­land-Gemein­den gehören bere­its zur Träger­schaft der Regio Badi Sense in Lau­pen. Gemäss Ober­amt­mann Man­fred Raemy muss noch abgek­lärt wer­den, ob der Kan­ton allen­falls weit­ere Beiträge für das Pro­jekt gibt. Möglich wäre, dass er – analog zu den Sub­ven­tio­nen für Schulin­fra­struk­turen – auch die Verbesserung der Schwimm­fähigkeiten der Sensler Schulkinder sub­ven­tion­iert.

Für die Arbeits­gruppe ist die Bekan­nt­gabe der Resul­tate aus der Studie auch ein wenig ein Pulsspüren in der Bevölkerung. Erste gute Reak­tio­nen aus der Bevölkerung seien ermuti­gend aus­ge­fal­len, sagte Chris­tian Luder, Vizepräsi­dent von Schwarzsee Touris­mus und Mit­glied der Arbeits­gruppe. Der Touris­mus sehe ein Bad auch als Möglichkeit, dem Bezirk neue Impulse zu geben.

Zahlen und Fak­ten

Es braucht rund 11 000 Quadrat­meter

Die Studie geht beim geplanten Bad von einem Einzugs­ge­biet von 34 000 Ein­wohn­ern aus, was einen Wasser­flächenbe­darf von 924 Quadrat­metern ergibt. Für ein Bad dieser Grösse braucht es gemäss Büro HK&T Kan­newis­cher in Cham etwa 11 000 Quadrat­meter Fläche, ohne Park­plätze. Plaf­feien hat gegenüber den anderen fünf geprüften Stan­dorten u.a. mehr Plus­punkte bezüglich zen­traler Lage und Nähe zum Fer­n­wärmenetz gesam­melt. Schwarzsee (evtl. mit Hotel) und Gif­fers (Stan­dort bei der heuti­gen Schweinemästerei) bleiben nach wie vor im Ren­nen.

Autor: Imelda Ruffieux

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