Zeitungsartikel Campus Schwarzsee Freiburger Nachrichten vom 12.12.2017

Thema: Grossrat

Die Leitung des Sport- und Freizeitzen­trums Schwarzsee soll nun doch nicht über eine öffentlich-rechtliche Struk­tur erfol­gen. Bis die Dreifach­turn­halle ste­ht, sieht der Staat­srat eine Über­gangslö­sung vor. Noch ist nicht klar, wo die Halle gebaut wer­den soll.

Lesen Sie weiter

Seit bald zwei Jahren beherbergt die frühere Kaserne am Schwarzsee das Schweiz­erische Aus­bil­dungszen­trum für den Zivil­dienst. Das zweite Stand­bein, auf dem der Cam­pus Schwarzsee ruhen soll, näm­lich das Sport- und Freizeitzen­trum, kommt aber nicht so richtig auf Touren. Das liegt unter anderem da­ran, dass im Ange­bot eine Dreifach­turn­halle fehlt, die den Nutzern des Cam­pus vor allem als Schlechtwet­ter­al­ter­na­tive zur Ver­fü­gung ste­hen soll. Der Staat­srat hat zwar vor einem Jahr den Kred­it von 7,69 Mil­lio­nen Franken genehmigt, doch vor 2020 wird dieses Gebäude nicht in Betrieb sein.

Das antwortet der Staat­srat auf eine Anfrage der Gross­räte Solange Berset (SP, Belfaux) und Rue­di Schläfli (SVP, Po­sieux). Nicht nur diese bei­den Par­la­men­tari­er wollen wis­sen, warum es nicht vor­wärts­ge­ht auf dem Cam­pus Schwarzsee. Auch Daniel Bürdel (CVP, Plaf­feien) und Emanuel Wae­ber (SVP, St. Antoni) haben Fra­gen zu den Fortschrit­ten gestellt (die FN berichteten).

Zwei Prob­leme

Das Sport- und Freizeitzen­trum laufe seit Som­mer 2016, schreibt der Kan­ton in seinen Antworten. Die Dreifach­turn­halle ist eines von zwei Prob­le­men, das der Kan­ton noch lösen muss. Wie er aus­führt, ist die Gemeinde nicht mit dem vom Kan­ton vorge­se­henen Stan­dort in der Mitte des grossen Park­platzes vor dem Cam­pus ein­ver­standen. Die Gemein­de­be­hör­den argu­men­tieren, dass ihnen auf diese Weise zu viel Parkier­möglichkeit­en ent­ge­hen, die vor allem in Spitzen­zeit­en unab­d­ing­bar seien. Plaf­feien schlägt vor, die Turn­halle näher bei einem der Wohnge­bäude zu real­isieren. Wie Daniel Bürdel, Gross­rat und Gemein­der­at von Plaf­feien, in sein­er Anfrage aus­führte, ist für die Touris­mus­re­gion Schwarzsee eine kom­pak­te Bauweise entschei­dend. «Andern­falls riskiert man, kün­ftiges Entwick­lungspoten­zial leicht­fer­tig kurzfristi­gen Erle­ichterun­gen bei der Entschei­dungs­find­ung und Real­isierung zu opfern», hat­te er argumentiert.

Um die Turn­halle über­haupt zu bauen, muss die Parzelle umge­zont wer­den, und hier hat die Bau- und Raum­pla­nungs­di­rek­tion auch noch ein Wörtchen mitzure­den. Wie es in der Antwort heisst, will diese Direk­tion bis Ende Jahr einen Vorschlag auf den Tisch legen.

Wech­sel der Direktion

Der Kan­ton muss zudem eine pro­fes­sionelle Struk­tur für die Ver­mark­tung und Ver­wal­tung auf die Beine stellen. Die Ver­ant­wor­tung liegt heute beim Amt für Bevölkerungss­chutz und Mil­itär. Dort fehlen aber die Ressourcen; derzeit sind lediglich zwei Stellen für den Haus­di­enst und eine 0,2‑Prozentstelle für die Ver­wal­tung vorge­se­hen. So beschränkt sich der Ein­satz für die Ver­wal­tung des Sport- und Freizeitzen­trums derzeit auf ein Min­i­mum, näm­lich darauf, Reser­va­tio­nen ent­ge­gen­zunehmen und mit dem Zivil­dien­stzen­trum zu koor­dinieren. Neu soll das Amt für Sport den Lead übernehmen, so wie es auch in den Sportzen­tren ander­er Kan­tone geregelt ist. Der Chef des Sportamts wäre für die Ver­wal­tung zuständig, vor Ort würde ein Betrieb­sleit­er angestellt, wie der Staat­srat aus­führt. Die bere­its beste­hen­den 200 Prozent für Abwart­sar­beit­en wer­den über­nom­men. Zudem wer­den für eine befris­tete Zeit 1,5 Stellen für die Ver­wal­tung geschaf­fen. Das hat­te Staat­srat Olivi­er Cur­ty bere­its am Infor­ma­tion­s­abend zum Richt­plan in Düdin­gen angekündigt (die FN berichteten). Diese Zwis­chen­lö­sung gilt, bis die Dreifach­turn­halle in Betrieb ist, und wird dann überprüft.

Geset­ze­sen­twurf verworfen

Vor­erst auch vertagt wer­den die ursprünglichen Pläne für die rechtliche Form der Träger­schaft. Es war vorge­se­hen, dem Cam­pus den Sta­tus ein­er öffentlich-rechtlichen Anstalt zu geben. Ein entsprechen­der Geset­ze­sen­twurf ist derzeit in Vernehm­las­sung. Noch bevor diese abgeschlossen ist, hat der Staat­srat ihn bere­its abgelehnt. Stattdessen hat er am 21. Novem­ber den Trans­fer der Ver­ant­wortlichkeit­en – vom Amt für Bevölkerungss­chutz und Mil­itär zum Amt für Sport – beschlossen. Eine spätere Grün­dung ein­er öffentlich-rechtlichen Anstalt schliesst er zwar nicht aus. Aber das eben­falls erst, wenn die Dreifach­turn­halle ste­ht und die Bele­gung des Sport- und Freizeitzen­trums bess­er ist.

Ausser­dem sei heute nicht erwiesen, ob die Schaf­fung ein­er solchen Anstalt finanziell vorteil­haft wäre, hält der Kan­ton in sein­er Antwort fest. Bere­its die Finanzdi­rek­tion hat in der Vernehm­las­sung des Geset­ze­sen­twurfs kri­tisiert, dass die vorgelegten Finanz­dat­en unsich­er, gar unvoll­ständig seien und es unmöglich sei, die Rentabil­ität zu prüfen. Die Finanzdi­rek­tion hat diese Zweifel schon in früheren Phasen der Pla­nung geäussert.

Eine neue Kommission

Wie der Staat­srat in seinen Antworten weit­er aus­führt, hat er eine weit­ere Mass­nahme beschlossen, um die Aktiv­itäten rund um den Cam­pus Schwarzsee zu koor­dinieren. So gibt es neu eine Kom­mis­sion zur Entwick­lung des Cam­pus Schwarzsee. Alle beteiligten Part­ner nehmen da­rin Ein­sitz, sei es der Vorste­her des Amtes für Sport, Vertreter des Hochbauamtes und der Finanzdi­rek­tion, der Region Sense und der Gemeinde sowie des Freibur­gis­chen Ver­ban­des für Sport, aber auch der Direk­tor des Freiburg­er Touris­musver­ban­des, ein Mit­glied des Sport­clubs des Grossen Rates sowie der Ver­wal­ter des Campus.

Schwingfest

Organ­isatoren und Kan­ton haben sich gefunden

Auch die Frage nach der Zukun­ft des Bergkranzschwingfests am Schwarzsee ist Gegen­stand der Anfra­gen der Sensler Gross­räte Daniel Bürdel und Emanuel Wae­ber. Der Staat­srat betont in sein­er Antwort, wie sehr er sich der Bedeu­tung des Schwing- und Älpler­fests für die Region bewusst und deshalb sehr da­rum bemüht sei, dieses wiederum an seinem his­torischen Stan­dort stat­tfind­en zu lassen. Wie die FN bere­its berichteten, sind zwis­chen den Organ­isatoren des Anlass­es und dem Kan­ton bei einem Tre­f­fen am 31. Okto­ber Details gek­lärt wor­den, damit das Gelände beim Grossan­lass nicht zu stark in Mitlei­den­schaft gezo­gen wird und wie es danach raschmöglichst wieder instand gestellt wer­den kann.

Autor:Imelda Ruffieux

Weniger Text